Fotohütte | Forbach | 2017

Wie bereits angekündigt, fand am vergangnen Wochenende vom 05.05. – 07.05.  das nun 3. „Fotowochenende“ in der Hütte bei Forbach statt.

Dieses mal war für mich aber nicht nur das Hüttenwochenende ansich ein Erlebnis, sondern zusätzlich der Weg dorthin.

Da im letzten Jahr mangels Brennholz nur eine etwas triste Lagerfeuer(chen)-Stimmung aufkam, sollte das dieses Jahr nicht wieder so weit kommen.

Wie bekommt man nun aber genug Holz für 3 Tage und 2 Nächte dort hin, wenn man keine Anhängerkupplung am Auto hat? In den Kofferraum damit? Der ist schon mit Fotoausrüstung, Verpflegung, Schlafsack usw. gut gefüllt. Und reichen würde das sowieso niemals.

Dann hatte ich nur noch die Option mit dem Schlepper hinzufahren. Kurz überlegt. Einfache Strecke 38 km. Geschätzte Zeit dafür 2 – 2,5 Stunden. Wäre also machbar. Und so wurde es dann auch gemacht.

Die Route führte von Fautenbach aus durch Achern, über Sasbachwalden, B500, Hundseck, Hundsbachtal, Raumünzach nach Forbach. Das alles mit einem FAHR D130,  Bj. 1954, 17 PS und knappe 19km/h Höchstgeschwindigkeit. Hinten dran ein 2-Achsanhänger beladen mit 400-500 kg geschätzt und gefühlt 5 Tonnen bestes Palettenholz für stundenlanges Lagerfeuervergnügen.

Irgendwie ist es ja schon ein befreiendes Gefühl, wenn man jegliche Geschwindigkeitsbeschränkungen unterwegs einfach ignorieren kann. 🙂

Berghof Grüner Baum, Brandmatt/Sasbachwalden

Das schönste Gefühl mit dem ungewöhnlichen Gespann hatte ich jedoch, als ich die große Steigung nach der Brandmatt passiert hatte. Bis dorthin war fast nur Schneckentempo angesagt – ein kleinwenig schneller als Schrittgeschwindigkeit – mehr ging nicht mit den 17 PS.

Zum Glück war nicht allzuviel Verkehr und überholt werden konnte ich so ja ganz gut. Sogar ein mit Langholz vollbeladener Lkw, der kurz hinter mir aus einem Waldweg rausfuhr hat mich überholt. Bergauf. Bei fast 12% Steigung. Alter! Da blieb mir mal kurz die Luft weg als der knapp vor mir wieder rechts rüber zog! 😀

Dann nochmal vom Breitenbrunnen hoch auf die B500. Das schlimmste war geschafft. Ab dort ging es dann erst einmal relativ eben weiter und dann wieder bergab ins Hundsbachtal. Die Route entang der Schwarzenbachtalsperre war keine Option, da dort i.d.R. viel Verkehr herrscht und das Gefälle ab der Staumauer relativ groß ist.

Das Höhenprofil der gefahrenen Tour:

Links: Start in Fautenbach, Rechts Ankunft in Forbach.

Nach ziemlich genau 3 Stunden Nonstop-Fahrt: Ankunft in Forbach. Das wurde dann aber auch wirklich Zeit! 😀

[Ankunft in Forbach] Foto: KNIPSBUDE, Michael Wilczynski

[Ankunft in Forbach] Foto: KNIPSBUDE, Michael Wilczynski

Vielen Dank an Michael Wilczynski für die tollen Fotos von der Anfahrt! 🙂

Danach ging es dann auch schon bald ins kalte Nass der wilden Murg, bei bestem Wetter und einem schönen Sonnenuntergang.

[Wilde Murg] – Sony A7, Samyang 14mm; ISO 50; F14; 1/5s

Hin und wieder  war ich auch als Assistent & oder „MakingOf-Fotograf“ bei / für Sandrigo Zoilo von zoilographie.de eingespannt, was immer wieder sehr viel Spaß macht. Hier beim Levitation-Shooting mit Cessy We als Model die trockenen Fußes über’s Wasser laufen kann. 😉

[MakingOf Levitation-Shooting]

Man entdeckt bei jeder Tour entlang der Murg doch immer wieder neue Überraschungen, wie hier die 2 Bergsteiger, die sich an der senkrechten Steilwand versuchten. Die habe ich aber eher zufällig gefunden, als ich fast vergeblich einen sicheren Weg auf die andere Flussseite gesucht hatte.

[Steilwand] – Sony A7, Batis 25mm; ISO 100; F4; 1/50s

Ich hatte zwar eine Watthose an, aber die Strömung und der durch Algen und Moss stellenweise eisglatte Flussgrund machten es oft unmöglich. Auch wenns zwei mal ziemlich knapp war und ich samt Fotorucksack baden gegangen wäre!  #NoRiskNoFun 😀

Die 2. Hälfte des Wochenendes hat es das Wetter dieses mal leider nicht so gut mit uns gemeint und es regnete sich doch tatsächlich mal dauerhaft ein.  Da wir uns fotografisch aber schon fast alle am Tag davor ausgetobt hatten, stelle das kein großes Problem dar.

Ich bezog trotz leichtem Dauerregen auch in der 2. Nacht wieder meine Hängematte unter dem Hütten-Vordach an der frischen Waldluft. 😉 Auch wenn mein Schlafsack nur eine Comfortzone bis +9° hat, hab ich sehr gut geschlafen.

Am Tag darauf war dann auch schon wieder Abreisetag. Alles zusammenpacken, das restliche Brennholz für die letzte Bratwurst auflegen um dann so gestärkt wieder auf 17 PS durch den Schwarzwald zu tuckern.

Das machte allerdings nicht mehr ganz so viel Spaß wie auf dem Hinweg, da Wind, Regen und nicht zuletzt ziemlich dichter Nebel auf der B500 die Sache nicht grade einfach machten.

Eigentlich wollte ich ja den Rückweg über Seebach nehmen, da diese Route zwar weiter, aber dafür nicht so steil ist wie über Sasbachwalden und ich somit die alten Bremsen hätte etwas schonen können. Noch weiter im dichten Nebel so langsam auf der Schwarzwaldhochstraße zu tuckern war mir dann aber doch zu riskant. So entschied ich mich für das kleinere Übel und nahm wieder die Route über „Saschwalle“. Auch wenn mir beim bergrunterfahren auch nicht sonderlich wohl war, da die Auflaufbremse des Anhänger nicht funktionierte (das wusste ich schon vorher) und die nasse Fahrbahn auch nicht grade vorteilhaft dafür war. Aber es hat mit Motorbremse und viel Gedult alles problemlos geklappt und ich bin dank Regenmantel sogar trocken und gut zu Hause angekommen. 🙂

Das nächste mal nehme ich dann aber wahrscheinlich wieder das Auto nach Forbach.

Wobei – mit einem kleineren leichten Pkw-Anhänger wäre das wohl wesentlich entspannter…  😉

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